Hashimoto, PCO und Insulinresistenz…. Nun ja, dann mal ran an den Speck

Hallo mein Name ist Hashimoto.

Ich bin eine unsichtbare Autoimmunerkrankung, die Deine Schilddrüse angreift und eine Unterfunktion hervorruft.
Ich bin nun Teil Deines Lebens. Wenn Du eine Unterfunktion hast, bin ich vielleicht die Ursache dafür. Ich bin auf Platz 1 der Gründe dafür – nicht nur in den USA sondern überall auf der Welt.
Ich bin so heimtückisch – ich zeige mich nicht immer in Deinen Blutwerten.
Die Menschen um Dich herum können mich nicht sehen oder hören, aber DEIN Körper kann mich fühlen.
Ich kann Dich überall angreifen und zwar so wie es mir gerade gefällt.
Ich kann starke Schmerzen hervor rufen oder – wenn ich gerade gut gelaunt bin – sorge ich dafür, dass Dir alles weht tut.
Erinnerst Du Dich noch daran als Du voller Energie durch’s Leben gegangen bist und Spaß hattest.
Tja, diese Energie habe ich Dir genommen und Dir dafür Erschöpfung gegeben. So, jetzt versuch mal Spaß zu haben.

Ich raube Dir den Schlaf und gebe Dir dafür ein vernebeltes Gehirn und Konzentrationsmangel
Ich kann dafür sorgen, dass Du 7 Tage die Woche 24 Stunden lang schlafen möchtest, oder ich verursache Schlaflosigkeit.
Ich lass Dich innerlich zittern, sorge dafür dass es Dir zu kalt oder zu heiß ist, wenn alle anderen das nicht fühlen.
Ich lasse Deine Hände und Füße anschwellen, Dein Gesicht, Deine Augenlieder, einfach alles.
Ich löse Angstzustände und Depressionen aus oder andere mentale Probleme.
Ich lasse Dein Haar ausfallen, lasse es trocken und brüchig werden, verursache Akne, trockene Haut…für mich gibt es gibt kein Limit.
Wegen mir nimmst Du zu, egal was Du isst oder wie oft Du trainierst. Dank mir wird das Gewicht bleiben. Aber ich kann auch dafür sorgen, dass Du Gewicht verlierst. Da bin ich nicht wählerisch.
Manchmal begleiten mich meine Freunde, die anderen Autoimmunerkrankungen, zu Dir, so dass Du Dich noch etwas mehr plagen musst.
Wenn Du etwas geplant hast oder Dich auf einen tollen Tag freust, kann ich Dir einen Strich durch die Rechnung machen. Du hast mich nicht darum gebeten. Ich habe Dich aus verschiedenen Gründen ausgewählt:
Den Virus oder die Viruserkrankungen, die Du hattest und von denen Du Dich nie richtig erholt hast, oder dieser Autounfall, oder es gab Jahre von Missbrauch und Traumas (Stress mag ich besonders). Vielleicht bin ich schon länger in Deiner Familie zu finden. Was auch immer der Grund ist, ich bin hier und ich werde bleiben.
Du gehst zum Arzt, um mich los zu werden. Dass ich nicht lache. Versuch es. Du wirst zu vielen vielen Ärzten gehen müssen, bis Du überhaupt einen findest, der Dir helfen kann.
Man wird Dir die falschen Medikamente verschreiben, Schmerzmittel, Schlafmittel, Aufputschmittel. Wenn Du ihnen sagst, dass Du Ängste und Depressionen hast, bekommst Du Antidepressiva.
Es gibt so viele Wege für mich, damit Du Dich krank und elend fühlst. Die Liste ist unendlich – dieser hohe Cholesterinspiegel, das Gallenblasenproblem, der Bluthochdruck, der Blutzuckerspiegel, das Herzproblem unter anderem? Das bin wahrscheinlich ich.
Du kannst nicht schwanger werden oder hattest eine Fehlgeburt?
Das war ich wahrscheinlich auch!
Atemnot oder Atemhunger? Ja, wahrscheinlich auch ich.
Leberenzyme zu hoch? Ja, wahrscheinlich auch ich.
Zahn- und Zahnfleischprobleme? Ich sagte Dir, die Liste ist endlos.
Du bekommst Massagen und man sagt Dir, wenn Du nur ausreichend schläfst und Sport machst, wird es schon weggehen.
Man wird Dir sagen, Du sollst positiv denken, Du wirst gepiekst und gestochen und VOR ALLEM, wirst Du nicht ernst genommen, wenn Du versuchst einer Unzahl von Ärzten zu erzählen, wie schwächend ich bin und wie ausgebrannt Du Dich fühlst. Wahrscheinlich wirst Du von diesen (ahnungslosen) Ärzten wieder und wieder hören, Du solltest eine Psychiater konsultieren.

Deine Familie, Freunde und Arbeitskollegen werden Dir zuhören, bis sie nicht mehr hören können, was ich bei Dir anrichte und wie sehr ich Dich schwäche.
Einige werden sagen „Ach, Du hast nur einen schlechten Tag” oder “Mensch denk dran, Du kannst nicht mehr alles machen, was Du vor 20 Jahren gemacht hast” und überhören dabei, dass Du vor 20 Tagen gesagt hattest.
Sie sagen Dinge wie, “wenn Du nur aufstehst, Dich bewegst, raus gehst und etwas unternimmst, wird es Dir besser gehen”. Sie werden nicht verstehen, dass ich Dir den Motor nehme, der Deinen Körper antreibt und dafür sorge, dass Du genau das nicht kannst.
Manche werden anfangen hinter Deinem Rücken zu reden, sie nennen Dich Hypochonder, während Du langsam Deine Würde verlierst und versucht es ihnen begreiflich zu machen. Vor allem wenn Du mitten in einem Gespräch mit einem “normalen” Menschen bist und auf einmal nicht mehr weißt, was Du sagen wolltest. Dann wirst Du Dinge hören wie „Oh, meine Großmutter hatte das auch und ihr geht es gut mit ihren Medikamenten” und Du versuchst verzweifelt zu erklären, dass ich mich bei jeder betroffenen Person anders zeige. Und nur weil das Medikament bei dieser Großmutter hilft, heißt es noch lange nicht, dass es Dir auch helfen wird.
Sie werden nicht verstehen, dass diese Krankheit Deinen Körper vom Scheitel bis zur Sohle beeinträchtigt und dass jede Deiner Zellen und Dein Körper und jedes Deiner Organe die richtige Dosis und das richtige Medikament brauchen.
Und nicht das Medikament, das einer anderen Person geholfen hat.
Nur andere Menschen, die mich in sich tragen, werden Dich verstehen und unterstützen. Sie sind die einzigen, die Dich wirklich verstehen können.

Mein Name ist Hashimoto Thyreoidits.

(quelle: http://www.rund-ums-baby.de/forenarchiv/gesundheit/Die-Schilddruese-ein-super-Text-ueber-Hashimoto-lang_1009.htm)

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Diagnosen stehen. Hashimoto im Anfangsstadium – schimpft sich dann neunmalklug Autoimmunthyreoiditis mit Hypothyreose. Ok, alles klar. TSH bei 4,53, fT4 bei 13 % – Plan TSH runter auf 0,5 und fT4 hoch auf 75 % – sprich auf 19 oder 20. Aktuell nehme ich 75µg L-Thyrox. In 6 Wochen gibts ne neue Blutentnahme und dann wird geschaut wie weit ich hoch muss mit l-Thyrox.

Insulinresistenz mit HOMA Index 9,84 – Metformin 1500 mg am Tag – bin auch schon bei der vollen Dosis angelangt und bisher keine nenneswerten Nebenwirkungen. Bissl Kopfweh, aber nicht tragisch. In 6 Wochen wird der gleich mit kontrolliert. Inzwischen fülle ich Vitamin D und B12 auf. Vitamin D mit 5000 i.E. am Tag und Vitamin B12 – vergessen wieviel das war. Sie will mal schauen ob die orale Gabe reicht, wenn nicht steigen wir um auf Vitamin B12 per Bauchspritze. Dazu unbedingt Magnesium nehmen. Ai Ai Captain.

PCO – ok, da warten wir jetzt mal ab wie es sich entwickelt während der Einstellung von Hashimoto und der IR.

Plan für jetzt – KiWu Pause – drei Monate. Fühl mich damit sehr gut. Ich finde es zwar doof das ich all den Mist habe, aber es is gut das es erkannt wurde und nun kann reagiert werden – meine Endokrinologin is sooooo unfassbar optimistisch – sie sagte immer wieder das ich wenn alles eingestellt ist problemlos schwanger werde – von ihr aus kann ich gern 25 Kinder bekommen – ok, eins reicht mir erstmal.

Die Pause nutze ich jetzt um mal an meiner Bikinifigur 2065 zu arbeiten – ein paar Kilos müssen weg – nicht wahnsinnig viel – aber ich habe ja jetzt Zeit und bin hochmotiviert die besten Vorraussetzungen für eine Schwangerschaft zu schaffen.

Ich kann nur jedem raten sich auf den Kopf stellen zu lassen – denn oft sind es die kleinen Dinge die einem das Leben schwer machen – wenn dann einmal erkannt wurde was ist lebt es sich entspannter. Ich bin froh das was gefunden wurde – denn so kann ich behandelt werden. Hätte man nix gefunden, könnte man mir auch nicht helfen. So schwer es am Anfang ist die Diagnosen zu akzeptieren – wenn man sich damit arrangiert hat is alles halb so schlimm.

Küsschen D.

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3 Gedanken zu “Hashimoto, PCO und Insulinresistenz…. Nun ja, dann mal ran an den Speck

  1. Hallo Miss Calla! 🙂
    Ich sehe das so wie du, wenn man etwas erkannt hat, kann man wenigstens was dagegen tun.
    Wird denn hashimoto anders behandelt als eine „normale“ Unterfunktion, oder reicht das wenn du einfach die Dosis an L-Thyroxin anpasst?
    Viele liebe Grüße, Spring

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    1. Hi du, also es wird grundsätzlich erstmal mit LT behandelt. Dosissteigerung nur mit Absprache des Arztes nach einer Blutentnahme. Zwischen den Dosissteigerungen wenn nötig müssen mind. 6 Wochen liegen da die Hormone so lange brauchen um sich anzupassen. Ziel ist es ja den TSH auf 0.5 zu bekommen und den fT4 auf 75% des normbereiches. Zusätzlich muss bei den meisten Patienten Vitamin D, B12, ferritin und selen aufgefüllt werden da das meist einen starken Mangel aufweist. Man muss halt oft zur Kontrolle und es muss auch regelmäßig Ultraschall gemacht werden um zu schauen wie weit die Schilddrüse sich aufgelöst hat.

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